Phytoöstrogene

Phytoöstrogene

Phytoöstrogene – sekundäre Pflanzenschutzstoffe mit Östrogenwirkung

Phytoöstrogene sind sekundäre Pflanzenschutzstoffe, die im menschlichen Körper eine Wirkung haben, die der des Östrogen entspricht, daher ihr Name.

Es gibt drei Klassen von Phytoöstrogenen: die Isoflavone, die Lignane und die Coumestane.

Zu den Isoflavonen gehören z. B. Genistein, Daidzein, Glycitein, Biochanin A und Formononetin.

Isoflavone kommen häufig vor in Schmetterlingsblütlern, besonders in Hülsenfrüchten. Die Sojabohne (und Sojaprodukte wie Sojamilch, Tofu oder Sojasprossen) ist der bislang wichtigste Lieferant der Isoflavone Genistein, Daidzein und Glycitein.

Lignane (z. B. Secoisolariciresinol, Matairesinol) kommen in vielen Lebensmitteln vor, größere Mengen liefern Ölsaaten wie etwa Leinsamen und Kürbiskerne und Vollkorngetreide, z. B. Vollkornroggen oder Vollkornweizen, aber auch Spargel ist ein wichtiger Lieferant von Secoisolariciresinol.

Coumestane kommen nur in wenigen pflanzlichen Nahrungsmitteln vor, z. B. in Alfalfasprossen oder Sojasprossen. Das Coumestan Coumestrol gehört jedoch zu den Phytoöstrogenen mit der stärksten Östrogenwirkung.

Phytoöstrogene – Alternative zur Hormonersatztherapie?

Wegen ihrer östrogenähnlichen Wirkung werden Phytoöstrogene bzw. Präparate aus Pflanzen wie Rotklee, die einen hohen Phytoöstrogengehalt aufweisen, als Alternative zu einer so genannten Hormonersatztherapie gegen Wechseljahrsbeschwerden und vorbeugend gegen Osteoporose in Apotheken oder Reformhäusern angeboten.

Da ihre positive Wirksamkeit bislang durch wissenschaftliche Studien nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte, manche Studien bei entsprechender Dosierung sogar eine Verstärkung von Beschwerdebildern ergaben, werden Phytoöstrogene bislang in Deutschland nicht als Medikamente akzeptiert.

In jedem Falle empfiehlt es sich, auch die frei verkäuflichen konzentrierten Phytoöstrogen-Präparate nicht einfach unkontrolliert wie Bonbons einzuwerfen, sondern in Absprache mit dem behandelnden Arzt/Ärztin oder Heilpraktiker.

Manche phytoöstrogenhaltige Pflanzen werden in der Erfahrungsheilkunde teils bereits seit Jahrhunderten eingesetzt, z. B. der Mönchspfeffer, auch Keuschlamm genannt, der in der Klostermedizin eine bedeutende Rolle spielte.

Von mehr als 300 Pflanzen weiß man mittlerweile, dass sie sekundäre Pflanzenstoffe und (unter anderem) Phytoöstrogene enthalten, meist in den äußeren Schichten. Pflanzliche Östrogene sind z. B. enthalten in: Anissamen, Äpfel, Bäckerhefe, Blaubeeren, Erbsen, Fenchel, Gerste, grüne Bohnen, Himbeeren und Himbeerblätter, Kartoffeln, Kirschen, Kohl, Kürbis, Lakritze, Leinsamen, Oliven, Olivenöl, Papaya, Petersilie, Pflaumen, Reis, Rhabarber, Roggen, rote Bohnen, Salatgurken, Salbei, Sesamsamen, schwarze Johannisbeeren, Stachelbeeren, Weizen.

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