Behandlung der Osteoporose

Behandlung der Osteoporose

Behandlungsziele

Ziele einer Osteoporosebehandlung sind

Was jede Frau selbst tun kann

Regelmäßige Bewegung stärkt die Knochen, verbessert den Gleichgewichtssinn und erhöht die Koordination – das beugt Stürzen vor. Bewegt man sich im Freien, dann sorgt man gleichzeitig für genug Sonnenlicht (die Sonne scheint auch durch Wolken hindurch), um die Bildung von Vitamin D anzuregen. Körperteile, die nicht regelmäßig genutzt werden, bauen ab. Wer also seine Muskulatur regelmäßig aber mit Maßen fordert, tut etwas für Muskelkraft und Koordination und damit für seine Lebensqualität – auch im Alter. Sanfte Sportarten wie Schwimmen, Yoga oder Gesellschaftstanz machen Spaß und man lernt z. B. in Kursen neue Leute kennen.

Eine calciumreiche, gesunde Ernährung sollte das A und O sein. Da Nikotin die Durchblutung der feinsten Blutgefäße, der Kapillaren, herabsetzt und damit den Knochenstoffwechsel beeinträchtig, wäre es eine gute Idee, den Tabakkonsum zu reduzieren oder gar aufzugeben.

Viele Knochenbrüche sind eine Folge von Stürzen. Warum stürzen ältere Leute häufiger als Junge? Da gibt es mehrere Ursachen. Beispielsweise führ ein Mangel an Bewegung dazu, dass die Muskulatur abbaut, die Reflexe und die Koordination nachlassen. Alle drei Punkte erhöhen das Sturzrisiko erheblich. Um Stürze zu vermeiden, sollten Sie Unfallgefahren im Haushalt beseitigen: Rutschige Teppiche, herumliegende Kabel, schlecht beleuchtete Treppen, glitschige Wannen im Bad und Stühle als Kletterhilfe zählen zu den unfallträchtigen Stolperfallen, die man sowieso loswerden sollte, genauso wie Schuhe mit zu glatten Sohlen.

Naturheilkundliche Verfahren

In der Naturheilkunde werden verschiedene Verfahren zur Vorbeugung oder Behandlung im Frühstadium der Osteoporose eingesetzt. Dazu gehören z.B. Verfahren, die den Stoffwechsel aktivieren und die Durchblutung anregen sollen (Schröpfen oder Baumscheidtieren). Schüßlersalze wie Calcium fluoratum und Calcium phosphoricum werden zur Langzeitbehandlung eingesetzt. Enzymtherapie soll ebenfalls den Stoffwechsel anregen, vor allem, wenn zu vermuten ist, dass der Körper bestimmte Stoffe nicht in ausreichender Menge aus der Nahrung aufnimmt, obwohl sie zur Verfügung stehen.

Medikamentöse Behandlung

Hormonbehandlung: Östrogen- oder Östrogen-Gestagen-Präparate zu verabreichen schien noch vor wenigen Jahren der Königsweg zur Osteoporose-Vorbeugung bzw. Behandlung von erkrankten Frauen. Schließlich schien ja der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren die Ursache für den Knochenschwund zu sein.
Mehrere großangelegte Langzeitstudien Ende der 1990-er Jahre – z. B. die Women's Health Initiative-Studie (1997 bis 2002) aus den USA und die One-Million-Women-Studie (1996 bis 2001) aus England – mussten jedoch wegen eines teils drastisch erhöhten Gesundheitsrisikos für die teilnehmenden Frauen abgebrochen werden. Denn die Hormongaben führten z. B. zu einem erhöhten Risiko, Brustkrebs, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Thrombosen zu bekommen.

Phytoöstrogene. Verschiedene Pflanzen enthalten Substanzen, die ähnlich wirken wie menschliche Hormone, die so genannten Phytoöstrogene.
Frauen in asiatischen Ländern haben deutlich geringere Wechseljahrssymptome und sind widerstandsfähiger gegen Osteoporose als andere Frauen – man führt dies auf die sojareiche Ernährung zurück. In Japan und China nehmen Frauen täglich im Durchschnitt 40 bis 50 mg an Pflanzenhormonen aus der Sojabohne und Sojaprodukten auf, in Europa dagegen nur 5 mg. Die auch Isoflavone genannten Pflanzenhormone wirken ähnlich wie Östrogene, das heißt, sie fördern den Einbau von Calcium in die Knochen und verhindern den Knochenabbau. 50 mg der Phytohormone sind z.B. in 0,5 Liter Sojamilch oder 200 g Tofu enthalten. Hopfen liefert ebenfalls Phytohormone. Sie scheinen – anders als die künstlichen Östrogene – keine negativen Nebenwirkungen zu haben, man vermutet sogar, dass sie krebshemmend (antikanzerogen) wirken.

Knochenstabilisierung mit Bisphosphonaten: Seit Mitte der 1990-er Jahre werden Bisphosphonate zur Behandlung von Osteoporose eingesetzt. Bisphosphonate lagern sich wie eine Art Schutzhülle um die feinen Knochenbälkchen an und verhindern dadurch, dass sie von den knochenabbauenden Zellen, den Osteoklasten, zerstört werden. Zusätzlich zerstören Bisphosphonate die Osteoklasten. Während der ersten drei Behandlungsjahre kann sich deshalb die Knochendichte sogar wieder erhöhen: um jährlich zwei bis drei Prozent. Das senkt die Bruchanfälligkeit der Knochen ganz außerordentlich.
Der Körper nimmt die Bisphosphonate allerdings nur schlecht auf. Nebenwirkungen: Bisphosphonate können die Schleimhaut reizen und Übelkeit, Sodbrennen, Krämpfen und Diarrhoe (Durchfall) hervorrufen. Da die Bisphosphonate in die Knochen eingelagert werden, sind sie nur für die Behandlung nach der Menopause vorgesehen, um mögliche Missbildungs-Risiken durch die Bisphosphonate bei Schwangerschaft auszuschließen.

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